KANADA Westküste

(Doris, Mario)

KANADA Westküste

Meine Nichte schenkte mir zu Weihnachten einen Bildband, aus dem mir die tollen Fotos von den Kanadischen Rocky Mountains nicht mehr aus dem Kopf gingen. 5 Monate später war es soweit und wir konnten uns von der Schönheit der Kanadischen Nationalparks selbst überzeugen.

Die großen Bergtouren in den Kanadischen Rocky Mountains waren aufgrund der Schneelage noch nicht möglich, aber Kanada und die Nationalparks haben auch ohne große Gipfelbesteigungen so einiges zu bieten.

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Wir flogen über Toronto nach Calgary, wo wir unseren Mietwagen in Empfang nahmen und uns auch gleich auf den Weg in Richtung Vancouver Island machten. Bei der Fahrt passierten wir den Banff-, Yoho- und den Glacier Nationalpark und konnten uns somit gleich einmal ein Bild davon machen was uns die nächsten Wochen erwartet. Besonders nett waren dabei die kurzen Pausen in den kleinen Ortschaften entlang der Strecke.

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Ein besonderes Erlebnis war es, als wir bereits nach ca. 2 Std Autofahrt direkt neben der Autobahn unseren ersten Schwarzbären zu Gesicht bekamen.

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Auf Vancouver Island angekommen steuerten wir das kleine Dorf Port Renfrew an, wo wir es uns mit dem Zelt am unberührten Pazifikstrand gemütlich machten.

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Von hier aus könnte man auch den West Coast Trail in Angriff nehmen. Bei den herrschenden Verhältnissen hätte man allerdings 9-10 Tage einplanen müssen, was dann doch ordentlich am Urlaubstagebudget genagt hätte. So entschieden wir uns für einen Teil des Juan de Fuca Trails, wo wir auf 2 Tage verteilt 20 km zurück legten. Der Trail führt durch den Kanadischen Urwald und zum Teil auch entlang des Pazifikstrandes. Aufgrund der Verhältnisse musste man auch hier für einen Km bis zu 45 Minuten einplanen. Ein ganz besonderes Erlebnis auf diesem Trail war als plötzlich vor unseren Augen ein Wal auftauchte!

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Besonders erwähnen möchte ich hier die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kanadier. Obwohl wir auf und auf voller Dreck waren, nahmen uns gleich auf Anhieb zwei Kanadier in ihrem PKW mit und fuhren uns bis zum Auto. Somit konnten wir noch am selben Abend die Dusche in Victoria genießen.

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Am folgenden Morgen nahmen wir an einer Whalewatchingtour teil, bei der wir wiederum grandiose Erlebnisse zu verbuchen hatten. Neben den zwei Orcas´s die wir fast 2 Stunden lang beobachten konnten, gab es auch noch Robben (eine wurde vor unseren Augen vom Wal gefressen) und Seeadler zu sehen.

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Am darauf folgenden Tag führen wir wieder aufs Festland und Quartierten uns für 2 Nächte in Vancouver ein. Anfangs waren wir etwas enttäuscht von der Lebenswertesten Stadt der Welt. Viele Bettler, Obdachlose und nach der herrlichen Ruhe auf Vancouver Island waren wir natürlich auch vom Großstadt Trubel etwas überrumpelt. Wir fanden aber noch einige schöne nette Plätze und so war der Abschied doch noch versöhnlich!

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In Whistler kamen wir schön langsam wieder in den Genuss der kanadischen Ruhe und Gemütlichkeit. Während Whistler im Winter das Mekka des Skisports ist, trifft sich im Sommer die Creme de la Creme  der Downhiller!

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Aufgrund der negativen Downhill Erfahrungen einiger Mitglieder und dessen Freunden verzichteten wir drauf uns mit dem Bike vom Berg zu stürzen und wählten mit einer schönen Kanu Tour auf dem River of Golden Dreams eher die gemütlichere Variante. Wobei uns stellenweise die zum Teil starke Strömung von der Ideallinie weg ins Gestrüpp trieb. 🙂

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Nach tollen Tagen in Whistler stand uns nun wieder eine längere Reise in den ca 900km entfernten Jasper Nationalpark bevor. Mit unserem Mietwagen machten wir einen guten Griff da wir ausreichend Platz hatten um auch mal eine Nacht im Auto zu verbringen.

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Lustig war es immer wenn wir an der wenig besiedelten Strecke wieder mal bei einem Truck-Stop einkehrten. Man kommt dabei sofort mit den Einheimischen ins Gespräch und jeder erzählt einem die gleiche Geschichte wo vergangenes Jahr ein Bär in der Gaststube stand. Naja uns Touris kann man es ja erzählen.

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Kurz vor Jasper passierten wir noch den Mount Robsen Nationalpark in dem sich auch der gleichnamige Berg befindet. Der Jasper Nationalpark ist in etwa so groß wie Oberösterreich und der gleichnamige Ort bietet sich perfekt als Stützpunkt für Ausflüge in die nähere Umgebung an.

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Wir machten uns gleich mal auf den Weg zum Maligne Lake. Gleich nach wenigen Fahrminuten spazierte ein Wolf die Strasse entlang. Weiter ging es mit einem Riesen Waipiti Hirsch der bei einem Fotostop gemütlich am Waldrand lag und posierte.

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Gleich hinter dem Waldstück trafen wir auf eine Bären Mutter mit ihren zwei Jungen. Nach einem kurzen Aufenthalt am See glich dir Rückfahrt einer Safari durch einen Wildtierpark. Ein Gizzlybär am See, Schwarzbären am Strassenrand, Big Horn Sheeps auf der Strasse und ein Braunbär auf dem Baum.

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Die zahlreichen Elche und Elchkühe nahmen wir zum Teil gar nicht mehr wahr, da diese ohnehin auf dem Campingplatz herum spazierten!

Weiter ging es auf dem Ice Field Parkway nach Lake Louise. Zweifellos eine der schönsten Panoramastrasse der Welt. Wir benötigten für die gut 200km über 7 Stunden da wir immer wieder dazu gezwungen waren Fotostops einzulegen.

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Bereits beim Atabasca Wasserfall trottete uns ein Bär entgegen. Auf der Weiterfahrt passierten wir herrliche Berge, Gletscher, Türkisfarbene Seen und jede Menge wilder Tiere.

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Am Abend in Lake Louis angekommen waren wir richtig übersättigt von den Eindrücken und Naturschönheiten. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen am Abend noch die Grizzley Familie am Rande des Campingplatzes eine Stunde lang zu beobachten.

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Vom gleichnamigen Lake Louise machten wir uns auf den Weg zum Plain of Six Glaciers. Anfangs ging es entlang des Türkisfarbenen Sees ehe man dann ein paar hundert Höhenmeter später das kurz unter dem Aussichtspunkt liegende Teehaus erreichten.

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Begleitet wird man dabei ständig von einer tollen Aussicht. Wir haben auch in Österreich wunderschöne Berge und ein Gletscher ist uns auch nicht fremd, aber in Kanada ist eben alles viel unberührter, weitläufiger und Naturbelassen. Seen an denen nicht ein einziges Haus steht sind keine Seltenheit, sondern völlig normal.

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Nach ein paar Tagen in Lake Louise fuhren wir weiter nach Banff, wo wir dann auch die letzten Urlaubstage genossen. Banff ist der älteste Nationalpark Kanadas und bei uns den meisten hauptsächlich durch das BANFF Mountain Film Festival bekannt. Der Ort bietet alles was man braucht und lässt auch an Outdooraktivitäten keine Wünsche offen. Wir vertrieben uns die Tage mit kleineren Bergtouren, Wanderungen, Kanufahren, Reiten und eine Bowlingpartie gehörte auch dazu!

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Die letzten beiden Tage verbrachten wir noch in Calgary. Calgary ist eine Großstadt mit dem Flair einer gemütlichen Kleinstadt. Leider mussten wir zurück fliegen und verpassten so das Stampede (ein Fest für Cowboys bei dem die ganze Stadt völlig aus dem Häuschen ist)

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Geschlafen haben wir vorrangig im Zelt. Die Campingplätze sind weiträumig, sauber und mit allem was man braucht ausgestattet. Auf jedem Zeltplatz fanden wir eine Sitzgruppe und eine Feuerstelle vor, was für Reisende mit geringem Gepäck natürlich von Vorteil ist.

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Der Bericht ist nur ein kleiner Auszug aus vielen Eindrücken und unvergesslichen Erlebnissen. Ein genauerer Bericht würde zweifellos den Rahmen sprengen. Denke 2600 Fotos und rd 5Std Filmmaterial sprechen für sich! Besonders in Erinnerung werden uns neben den Naturschönheiten und den Tierbeobachtungen, die freundlichen und zuvorkommenden Menschen bleiben.

Wir waren insgesamt 24 Tage unterwegs, haben rd 3500 km zurückgelegt.

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