Testbericht Schlafsack „Mountain Equipment Glacier 500“

28. August 2013

(Tester: Assi)

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Beim Schlafsackkauf ist einiges zu beachten, vor allem muss man sich für den passenden Temperaturbereich und zwischen Synthetik- und Daunenschlafsack entscheiden. Ich hatte bei meiner zweiwöchigen Grönlandreise die Gelegenheit den „Glacier 500“ von „Mountain Equipment“ zu testen.

Da ich die Nächte im Grönländischen Sommer bei nächtlichen 5°C im noch wärmeren Zelt verbracht habe, peilte ich eine Komfort Temperatur um den Nullgradpunkt an. Man will schließlich einen vernünftigen Kompromiss zwischen Wärme, Größe und Preis eingehen.

Schwieriger ist die Entscheidung zwischen Synthetik und Daune zu fällen, da beide Füllstoffe Vor- und Nachteile haben.

Daune ist ein Naturprodukt, das heißt somit auch, dass Enten dafür ihr Leben gelassen haben – wenn man mal vom umstrittenen Lebendrupf absieht.

Die Firma Mountain Equipment hat sich mit dem „Down Codex“ das Ziel auferlegt, dass bei der Daunengewinnung ethische, umweltschonende und tierfreundliche Faktoren berücksichtigt werden (siehe auch am Ende dieses Beitrages).

Daune bietet im Gegensatz zu Synthetik ein angenehmes, trockenes und natürliches Schlafklima bei geringerem Packmaß und Gewicht. Gerade wenn es draußen ungemütlich wird, schätzt man dieses wohlige Gefühl und möchte am liebsten gar nicht mehr raus.

Bei diesen Vorteilen möchte man meinen, die Entscheidung sei einem bereits zu Gunsten der Daune abgenommen worden. Dass Daunenschlafsäcke teurer sind, nimmt man bei den Vorteilen und der höheren Lebensdauer gerne hin. Die höhere Lebensdauer ist darin begründet, dass die Kunstfasern an ihrer Fülle verlieren, Daunenschlafsäcke kann man reinigen und trocknen lassen, damit wird auch die Bauschigkeit wieder weitgehenst hergestellt. Bei Daunenschlafsäcken wird dieses Bauschverhalten in „cubic inches (cuin)“ angegeben. Werte über 550 sind gut, Spitzenwerte sind so um die 800.

Ein sehr gewichtiger Nachteil bei Daunenschlafsäcken bzw. Daunenprodukten Allgemein ist allerdings die Empfindlichkeit gegenüber Nässe. Ist die Daune erstmals nass, dann verliert sie sehr schnell an ihrer Isolationsfähigkeit und trocknet sehr schlecht.

Wenn man vorhat den Schlafsack nur in Innenbereichen und im Zelt zu verwenden, kann man diesen Nachteil ruhig vernachlässigen.

Muss es aber zwingend ein Synthetik Schlafsack sein, wenn man auch mal unter freiem Himmel eine Nacht verbringen muss?

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Die Frage ist mit Nein zu beantworten! Das Daunenmodell Glacier 500 von Mountain Equipment bietet durch das wasserabweisende (Wassersäule 1.500mm) und winddichte Außenmaterial „Drilite Loft“ wirkungsvollen Schutz im Freien. Somit ist man gut gegen dem Feind von Daunenschlafsäcken, der Nässe, gerüstet.

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Mit einer Komfort Temperatur von 2°C und einer Limit Temperatur von -5°C (Extrem bei -21°C) nach ISO 13537 erschien mir dieser Schlafsack ideal für meinen Anwendungsfall, den Nächten im Zelt.

Der „Glacier 500“ ist mit 500g Entendaune (Mischung Daune/Feder ist 90/10) gefüllt und entspricht einer Bauschkraft von 725 Cuin.

Bei diesem Schlafsack sind die Daunen in Trapazkammern horizontal und vertikal verteilt um die Daune gleichmäßig am Körper zu verteilen und ein Verrutschen zu verhindern. Das hautfreundliche, atmungsaktive und daunendichte Innenmaterial macht einen sehr guten Eindruck.

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Der Schlafsack bietet einen doppelten Wärmekragen mit kombinierter Kunstfaser Füllung und eine passende Kapuze aus 7 Kammern und einem Kordelzug.

Der Reißverschluss ist mit einer Kunstfaser befüllten Abdeckleiste geschützt und verhindert eine Kältebrücke und ein lästiges Verklemmen des Reißverschlusses mit dem Futter.

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Das Fußteil ist anatomisch geformt (Haifischflosse) und verfügt über 4 Kammern. Insbesondere Rückenschläfer wird diese Form freuen.

Der Schlafsack in der 185cm Version (Körpergröße) wiegt 1.160g bei einer Füllmenge von 500g. Die 200cm Version wiegt um 100g mehr.

Der Schlafsack sollte nicht zu eng (Kältebrücken), aber auch nicht zu weit (zu viel zu erwärmende Luft) gewählt werden.

Im Lieferumfang ist ein Netzsack enthalten, damit der Schlafsack unkomprimiert gelagert werden kann (soll). Dieser Sack ist aus einem Netzstoff und kann bei Trekkingreisen sehr gut als Wäschesack missbraucht werden.

Im praktischen wasserdichten Roll-top-Kompressionssack verstaut (18cm x 29cm), sieht der Schlafsack im Größenvergleich zu einer SIGG Flasche so aus und verschwindet platzsparend im Rucksack.

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Mein Fazit:

Dieser Schlafsack sorgt für einen erholsamen Schlaf bei allerbestem Schlafkomfort und ist durch sein Außenmaterial robust, wind- und wasserfest und eignet sich somit auch für Nächte unter freiem Himmel. Sehr praktisch finde ich den wasserdichten Packsack, der beim Transport dafür sorgt, dass alles trocken bleibt.

Über Mountain Equipment:

Die Firma Mountain Equipment blickt seit 1961 auf Erfahrungen in den Produktbereichen Bekleidung, Schlafsäcke und Zelte zurück und rüstet auch zahlreiche Expeditionen mit ihren Produkten aus.

Der Down Codex von Mountain Equipment:

  • Die Daune ist Nebenprodukt der Nahrungsmittel Produktion
  • Kein Lebendrupf und Mauserrupf
  • Die Tiere werden nicht zwangsgemästet
  • Die Reinigung der Daune erfolgt ohne Lösungsmittel
  • Jede Daunen-Charge wird bezüglich Sauberkeit, Mischungsverhältnis und Fillpower kontrolliert

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Eine Antwort zu “Testbericht Schlafsack „Mountain Equipment Glacier 500“”

  1. Margit Sagt:

    …und wann sehen wir endlich die Bilder von Grönland?!? … den Schlafsack kennen wir ja jetzt schon 😉 …

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