Vom Zillertal nach Südtirol

(Gotthold, Kurt, Toni, Robert, Thomas)

Titelbild

Am vergangenen Wochenende war es mal wieder so weit. Beim Burghauser Alpenverein stand eine Hochtour auf dem Programm. Ebenso wie die „Olperer Überschreitung“ im letzten Jahr, wurde auch diese Tour von Kurt Wanke geführt.

Ursprünglich war eine Dreitagestour von Sonntag bis Dienstag geplant. Auf dieser sollte die „Hornspitze“ und der „Große Möseler“ bestiegen werden. Aufgrund der  schlechten Wetterprognosen wurde während der Vorbesprechung der Plan kurzfristig geändert.

Nun hieß es:

  • Anreise und Hüttenzustieg Freitag Nachmittag
  • Überschreitung „Großer Möseler“ am Samstag

Im Zillertal angekommen, fuhren wir die Straße Richtung „Schlegeisspeicher“ und stellten das Auto auf dem Parkplatz „Breitlahner“ ab. Von dort stiegen wir in gut 1,5h, bei erfrischendem Regen, zur Hütte „Alpenrose“ auf.

Zillertal (001)

Hier bezogen wir unser Quartier und ließen anschließend den Abend in der Gaststube ausklingen.

Zillertal (004)

Am nächsten Morgen starteten wir um 7:45 Uhr in Richtung „Berliner Höhenweg“.

Zillertal (021)_stitch

Diesen verließen wir bald und querten über verblocktes Gelände Richtung „Waxeggkees“.

Zillertal (072)
Zillertal (075)
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Zillertal (082)

Wie Kurt uns berichtete, stieg er bisher immer über das „Firndreieck“ (Schneefelder auf der linken Bildseite) auf. Leider ist dieser Weg bereits zu ausgeapert. Im Winter bietet sich hier die Möglichkeit einer anspruchsvollen Skitour.

Zillertal (085)

Am Gletscherfuß angekommen, hieß es dann Seil aus dem Rucksack, Steigeisen anlegen…

Zillertal (094)
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…und natürlich auch ein bisschen Panorama genießen. In der Bildmitte die „Zsigmondyspitze“ auch ein Berg auf der „ToDo-Liste“.

Zillertal (122)

Weiter ging es über das „Waxeggkees“ Richtung „östliche Möselescharte“. Einfach nur herrlich! Ich denke die Bilder sprechen für sich.

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Zillertal (154)

Gegen Mittag kamen wir auf dem Grat an.

Berge Sommer 2013 044

Leider mussten wir feststellen, dass der Grat im großen Maß aus lockeren Blöcken besteht. Auch zogen vom Süden bereits dunkle Wolken auf. Damit kündigte sich der für den Nachmittag vorhergesagte Schlechtwettereinbruch an.

Zillertal (157)

Aus diesen Gründen beschlossen wir, unseren Weg zum Gipfel nicht fortzusetzen, sondern über die vor uns liegende Schuttrinne abzusteigen.

Zillertal (164)
Berge Sommer 2013 049

Durch den nun folgenden Abstieg, verlängerte sich unsere zuerst auf zwei Tage gekürzte Tour, doch wieder…

Zillertal (178)

…als wir an einer Hütte ankamen, suchten wir diese auf unserer Karte. Nicht zu finden! Da an der „Alten Chemnitzer Hütte“ das Jahr 1895 stand, müsste sie aber selbst in unserer Karte aus dem Jahre ´75 sein. Wir baten also den Wirt, uns doch seine Hütte  auf der Karte zu zeigen…..was er auch tat…..und wir waren entsetzt.  Keine Frage – wir waren total verkehrt!

Zillertal (195)

Als wir wussten wo wir waren, war uns schnell klar was passiert ist. Der See an dem wir uns orientiert hatten, war nicht der Schlegeisspeicher, sondern der Neves-Stausee. Somit marschierten wir geradewegs nach Südtirol.

Also was tun?

Erst einmal zu Hause Bescheid geben, dass es nun doch einen Tag länger dauert und dann einen schönen Hüttenabend mit Süd-Tiroler Bier und Rotwein genießen.

Zillertal (197)

Für den nächsten Tag überlegten wir uns folgende Möglichkeiten:

  1. Wetter ok: wir gehen über den Nevessattel, Schlegeiskees und das Furtschagl Haus zurück zu Schegeisspeicher
  2. Wetter nicht ok: wir steigen ab zum Neves-Stausee und sehen zu,  irgendwie zurück ins Zillertal zu kommen

Tiefhängende Wolken, Nieselregen und Schnee bis auf 2600m ließen dann leider nur Variante 2 zu.

Zillertal (200)

Also ließen wir uns vom Hüttenwirt ein Taxi rufen, welches uns vom Neves-Stausee 130km zum Pfitscherjoch brachte.

Zillertal (202)

Dort stiegen wir zum Pfitscher-Haus auf…

Zillertal (216)

…legten noch eine Kaffeepause eine…

Zillertal (225)

…und stiegen zum Schlegeisspeicher ab.

Zillertal (236)

Auch wenn die Tour anders als geplant verlaufen ist und wir leider nicht auf dem Gipfel waren, war es sehr schön! Über den zusätzlichen Tag und den Hüttenabend war ohnehin niemand enttäuscht!

4 Kommentare zu „Vom Zillertal nach Südtirol“

  1. Gotthold Weiß

    Lieber Thomas,

    unserer gemeinsame Tour war wirklich ein wunderschönes Erlebnis.
    Danke für die schönen Bilder und den super verfassten Bericht.
    Bis bald mal wieder.

    Gruß Gotthold

  2. Liebe Berg- und Wanderfreunde. Ich habe mit Interesse Euren Bericht verfolgt.
    Könnt ihr mir sagen, ob es bei Schönwetter theoretisch möglich ist, vom NEVES-STAUSEE zum Pfirtscherhaus (Schlegeisspeicher) zu gelangen?! Ich habe ein Bike dabei!
    (über den Nevessattel, Schlegeiskees und das Furtschagl Haus).
    MfG und Bergheil aus Saalbach von Rudi Steger.

  3. Hallo Rudi,

    wir sind den Weg über den Nevessattel nicht gegangen da es bei uns das Wetter nicht zugelassen hatte. Daher kenne ich den Weg nicht in der Realität. Meine Einschätzung nach ist es mit Rad eine ziemlich harte Angelegenheit, mit vermutlich größtenteils schiebe und trage Stellen. Außerdem sollte man zur Überquerung des Schleegeiskees eine Gletscherausrüstung dabei haben und wird das Rad hier vermutlich auch wieder tragen müssen. Gut geeignet zum Rad fahren ist, wie dir sicherlich bekannt, die Auf – bzw. Abfahrt vom Schlegeisspeicher zum Pfitscherjoch.

    Also theoretisch Möglich ist es sicher man muss halt selbst wissen ob man das kann und will :o)

    Gruß Thomas

  4. Vielen lieben Dank, Thomas, für Deine Auskunft! Habe Deinen Rat befolgt; die angedachte Route von mir ist lebensgefährlich – und Hand aufs Herz, die Biker haben meiner Meinung nach oberhalb 2000meter mit dem Rad nichts mehr zu suchen. Diese Region sollte den Wanderer und Bergsteiger vorbehalten sein!
    Alles Gute und weiterhin schöne Bergtouren wünscht Dir RUDI aus Saalbach.

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