Dachstein, erster Versuch

15. Januar 2006

(Assi, Kraxi, Mike)

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Eigentlich war diese Skitour auf den Dachstein bis ins letzte Detail von Flirsch geplant und hätte auch schon früher stattfinden sollen. Wegen akuter Lawinengefahr wurde diese Unternehmung jedoch verschoben. Leider konnte der „Vater“ dieser Tour Flirsch und Anita nicht am Ersatztermin teilnehmen. So machten sich Mike, Kraxi (unser Arbeitskollege) und ich auf die Reise nach Obertraun, wo alles begann.


Da dies meine ersten Versuche auf Tourenski waren, musste ich mir erst mal die Ausrüstung beim Skiverleih in der Talstation der Krippensteinbahn besorgen. Die Krippensteinbahn brachte uns dann auf den Krippenstein. Von dort wagte ich meine erste Abfahrt auf Skiern seit ungefähr 10 Jahren. Elegant und souverän (zumindest aus meiner Sicht) meisterte ich die Abfahrt, bis es dann hieß „Felle anlegen“.

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Das Wetter und das Panorama waren ein wahrer Traum. In stetigem Bergauf und Bergab ging es der Simony Hütte, dem Ziel des ersten Tages, entgegen. Irgendwann tauchte die Hütte am Horizont auf, umzogen von Sturmböen.

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Aus der „Autobahn“, die zur Hütte führt wurde bald ein schmaler Weg, der dann mehr einem Wanderweg glich, zumal er mit Stahlseilen versichert war. Nun hatten wir aber den Eindruck, dass der Weg zu Ende war. Da wir uns auf keine Experimente, was die Wegfindung anbelangte, einlassen wollten, traten wir die Umkehr an. Am Rückweg mussten wir erkennen, dass die Spuren innerhalb Minuten verweht waren. Die vermeintliche Sackgasse entstand vermutlich aufgrund von Schneeverwehungen.

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Der Weiterweg zur Hütte war durch kurze Schneesturmböen, man könnte sie schon „Whiteouts“ nennen, gekennzeichnet.
Die Nacht verbrachten wir bei ein paar Weissbier, einem Schwätzchen mit dem vermeintlichen Hüttenwirt, der wie sich dann später herausstellte, nur der ungarische Koch war, Mikado und „Mensch ärgere dich nicht“ spielen.
Am nächsten Morgen hieß es dann „Auf zum Gipfel“. Mit Steigeisen und Pickel bewaffnet machten wir uns auf den Weg.

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Ab und zu hieß es dann schon mal Ski ab und zu Fuß weiter.

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Im Hintergrund ist der Hausberg der Simonyhütte, das/der Schöberl zu sehen. Flirsch’s Planung sah die Begehung des Klettersteigs am Schöberl am ersten Tag vor, dazu hatten wir allerdings keine Zeit mehr.

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Kurz vorm Gipfel machten wir noch eine Rast um uns für den Aufstieg zu stärken.

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Nun war er in Sichtweite, der hohe Dachstein mit seinen 2.995 Metern, für Touristenzwecke sogar mit 3.005 Metern (gemessen vom Pazifik) angegeben. Er war so nah, zum Greifen nah.

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An der Randkluft angekommen hieß es sich von den Skiern zu trennen. Warum wir nicht gleich bei dieser Gelegenheit die Steigeisen angelegt haben, ist mir eigentlich im Nachhinein ein Rätsel. Die eigentliche Hürde war ein Kamin, der mit Trittstiften versichert war. Ich wechselte meine globigen Skischuhe, gegen meine ausgekühlten Bergschuhe und wir stiegen ein in den Kamin. Oben angelangt war eine Querung, die ohne Steigeisen zu riskant war, ein Anlegen der Steigeisen im Kamin war aber auch nicht möglich, also stiegen wir wieder ab.

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Wir zogen eine zweite Alternative in Betracht. Links von uns zog sich der Kamm nach oben, auf dem der Weg führte, auf den wir nach dem Kamin gestoßen wären. Nun hieß es aber noch andere Aspekte abzuwägen, die uns letztendlich den Gipfelsieg kosteten. Aspekte waren die Zeit (wir wussten nicht wie lange wir für den Weg über den Kamm brauchen würden, und ich musste um 16:30 die Ski zurückgeben) und meine abgefrorenen Zehen (bedingt durch den
Schuhwechsel).
So machten wir uns unverrichteter Dinge wieder auf den Weg zurück. Die Abfahrt war leichter als ich mir vorstellte, was sicherlich an den Carvern lag.

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Auf der Simonyhütte gönnten wir uns ein Weissbier und traten die Abfahrt ins Tal an. Insgesamt waren es 2.200 Höhenmeter, die wir vom „Gipfel“ bis ins Tal zurückgelegt hatten.

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