Triglav (2.864m)

19. August 2009

(Mario)

triglav

Wenn man schon mal in Slowenien ist, kommt man am Triglav einfach nicht vorbei. Viele Wege führen auf den höchsten Berg Sloweniens. Ich beschloss ihn durchs Vrata-Tal über die Nordseite zu erklimmen.

Am Ende der 12 Kilometer langen holprigen Strasse durchs Vratatal erreicht man den Gebührenpflichtigen Parkplatz (3Euro). Der Parkplatz gilt als Ausgangspunkt dreier Aufstiegswege und anhand der vorhandenen Autos war ich nicht der Einzige der sich diesen schönen Berg am heutigen Tag zum Ziel setzte. Die meisten teilen die Tour auf zwei Tage mit einer Übernachtung am Triglavhaus auf. Darauf verzichtete ich zum Glück. Die erste halbe Stunde geht man nur leicht an Höhe gewinnend Tal einwärts, wo man das Alezhaus und ein Denkmal mit einem überdimensionalen Karabiner passiert.

denkmal_triglav

An der Weggabelung musste ich mich zwischen dem Pragweg und dem Bambergweg entscheiden. Ich entschied mich für den technisch anspruchsvolleren und längeren Bambergweg und stieg in Richtung Luknja Pass auf. Auf den letzten Höhenmetern vorm Pass galt es noch ein kräfteraubendes Schuttfeld zu überwinden. Nach insgesamt 700 Hm erreichte ich die Passhöhe und zog mir meinen Klettersteigausrüstung an.

luknja_pass

Von hier aus beginnt dann auch der erste Klettersteig. Der Steig ist teilweise mit Seilen versehen und ausreichend gesichert. Aufgrund der zwischenzeitlichen Gehpassagen hat man immer wieder die Möglichkeit langsamere Aspiranten zu überholen und so kam ich rasch vorwärts.

klettersteig

Während des Aufstieges hat man immer wieder tolle Einblicke in die imposante 3 km breite und 1500 Meter hohe Nordwand.

nordwand_triglav

Am höchsten Punkt des Grates angelangt, quert man dann ein Hochplateau auf dem die Sonne knallhart herunter brannte. Der Weg ist auch hier ausreichend markiert und führte mich auf den links im Bild sichtbaren Grat.

triglav1

Die weite, karge  Karstlandschaft und die tolle Aussicht auf umliegenden Berge rundeten die tolle Tour ab und machten sie zu einem Genuss. Das laut Führer oft heikle und vereiste Schneefeld konnte ich völlig Problemlos ohne Steigeisen queren.

schneefeld

Am Grat angelangt sind wieder vereinzelt Seile angebracht. Hier wechselt man auf die Südseite des Berges und steigt die letzten 350 Hm in leichter Kletterei Richtung Gipfel auf. Bislang war die Tour eher einsam, aber beim Blick nach oben sieht man bereits die Menschenmenge, die auf dem gesicherten Steig zwischen Klein-Triglav (rechts) und dem Triglav unterwegs war.

klein_triglav

Nach insgesamt ca 4 Stunden hatte ich die 1850 Hm Aufstieg hinter mir und stand am höchsten Punkt Sloweniens auf dem anstatt eines Gipfelkreuzes ein Turm steht.

gipfel_triglav

Die Aussicht am Gipfel ist super und an einem schönen Herbsttag kann man sogar die 200 km Luftlinie entfernte Adriaküste sehen.

aussicht

Nach einer kurzen Gipfelrast machte ich mich auf den Weg um über den Klein Triglav zum Triglavhaus (im Bild links unten)  abzusteigen. Da man sich ab hier auf dem Normalweg befindet sollte man Zeit haben, denn es kommt ständig zu Stauungen.

abstieg_triglav

Leicht gereizt hab ich es dann doch geschafft und erreichte das Triglavhaus wo ich mir eigentlich was zu Essen kaufen wollte.

triglav_haus

Den Gedanken auf Essen hab ich bei dem auf der Hütte herrschenden Fäkaliengeruch aber wieder schnell verworfen und so stärkte ich mich lediglich mit einem Radler und einem Müsliriegel für den Abstieg.
Für den Abstieg wählte ich den Normalweg. Nachdem der Hunger nicht allzu groß war verzichtete ich auf einen Abstecher zum Stanica Haus.

Stanica_Haus

Der Abstieg war abwechslungsreich und führte vorbei an Dolinen  Über Geröll und Schneefelder bis unter die Nordwand wo auch wieder einige Sicherungen vorhanden waren.

abstieg2

Nach insgesamt 9 Stunden war ich nach einer super Tour in einer tollen Umgebung wieder zurück am Ausgangspunkt. Ich kann nur empfehlen den Bambergweg als Aufstieg und den Pragweg als Abstieg zu wählen.

5 Antworten zu “Triglav (2.864m)”

  1. Lampi Sagt:

    „an einem schönen Herbsttag kann man sogar die 200 km Luftlinie entfernte Adriaküste sehen.“

    Es mag schon sein, dass man auch 200km weit schauen kann vom Triglav aus, tatsächlich sind’s aber nur ca. 70km bis in den Golf von Triest…

  2. Fritz Sagt:

    Hallo!
    Ich war bereits auf dem Triglav und habe ihn über den Prager Weg bestiegen. Wir wollen Ihn nun über den Bamberger Weg besteigen. Neben einem Klettersteigset und fester Bergausrüstung sind da noch weitereKletterausrüstungen notwendig? Isteine Seilschaft notwendig?
    danke
    lg fritz

  3. Mario Sagt:

    Hallo Fritz, eine Bergsporttaugliche Ausrüstung, Klettersteigset und natürlich ein Helm reicht völlig aus! Eventuell kann das Schneefeld vereist sein, da würden dann Steigeisen von Vorteil sein, aber da es sich nur um ein Schneefeld und nicht um einen Gletscher handelt brauchst du weder Seil noch eine Seilschaft!
    Viel Spaß und Berg Heil!
    Mario

  4. Helikopter Sagt:

    Hallo Mario,
    Danke für diese tolle Beschreibung!
    Bin immer recht froh wenn ich solche Artikel im Netz finde, dadurch sind meine ganzen Gipfelsiege erst möglich geworden.
    Lg. Helmut
    Ps. Lieber Lampi, wenn dir nichts besseres einfällt als Fehler zu suchen, dann las bitte deine unnötigen und demotivieren Kommentare!

  5. hubsi Sagt:

    Hallo Mario!
    Vielen,vielen Dank für deinen schönen Bericht!

    Liebe Grüsse Hubsi

Hinterlasse eine Antwort


SEO Powered by Platinum SEO from Techblissonline