Mangart (2.679m) über den Slowenischen Weg

20. August 2009

(Mario)

mangart

Bei meiner Anreise in die Julischen Alpen gönnte ich mir eine kurze Pause am Lago di Fusine. Dabei fiel mir bereits der die gesamte Gegend dominierende Mangart auf. Dass ich ein paar Tage später auf dessen Gipfel stehe hab ich mir nicht gedacht.

Der Mangart liegt genau an der Grenze zwischen Slowenien und Italien. Man kann ihn sowohl von Italien als auch von Slowenien aus erklimmen. Ich wählte die Slowenische Variante, da ich mir damit einen ewig langen Zustieg sparen konnte. Ich verließ bei meiner Anreise Slowenien und fuhr nach Italien um mir in Tarvis noch einen Cappucino zu gönnen. Nach dem ekeligen, überteuerten Gesöff fuhr ich über den Predilpass ehe ich wieder die Slowenische Grenze passierte. Eine Mautpflichtige (5 Euro) äußerst abenteuerliche Passstraße führte mich aufs Mangartplateau. Während es im Tal noch bewölkt war herrschten oben bereits tolle Verhältnisse.

nebel

Es führen zwei Klettersteige auf den Gipfel die man beide vom Mangartplateau aus erreichen kann. Eigentlich wollte ich den schwereren italienischen dem leichteren slowenischen vorziehen. Doch als ich an der Wegteilung angelangt war und Richtung italienischem Abzweigen wollte, entdeckte ich am Boden liegend ein Schild auf dem mehrsprachig das Wort „gesperrt“ zu lesen war. Dezent ignorierte ich diesen Hinweis und stieg kurz zur Scharte auf, von wo man dann über ein Schuttfeld auf die italienische Seite absteigt.  Nachdem ich auf dieser Seite völlig alleine unterwegs war und ich nicht wusste in welchem Zustand der Steig ist, drehte ich um und stieg wieder über das Geröllfeld zur Scharte auf. Ich weiß nicht ob sich schlussendlich die Vernunft, oder die Faulheit durchgesetzt hat, eine große Rolle spielte dabei natürlich auch der wesentlich kürzere Zustieg am Slowenen Weg. Vom Einstieg aus hatte ich einen tollen Blick auf das Plateau.

pass

Das Klettersteigset ließ ich im Rucksack und setzte lediglich den Helm auf, was auch völlig ausreichte. Die ca 600 Klettersteigmeter sind technisch leicht, aber schön zu gehen. Die meiste Zeit klettert man über Blöcke und durch zahlreiche Rinnen den Gipfel entgegen.

klettersteig

Nach 1,5 Stunden hab ich dann den gut besuchten Gipfel des 2679m hohen Mangarts erreicht.

magart_gipfel

Nach einer Pause und einem Smaltalk, indem mir ein Münchner Pärchen eine andere Tour schmackhaft machten, machte ich mich über den Normalweg an den Abstieg!

gipfelblick

Am Abstieg konnte ich dann auch die mir nahegelegte Tour ins Auge fassen. Es handelt sich dabei um den Ponzagrat den man in zwei Tagen von links aufsteigend bis zum Mangartgipfel überschreitet. Der Grat weist 2er Stellen auf, ist ungesichert aber sollte abgesehen von der Länge keine Schwierigkeiten bereiten.

Ponzagrat

Den Abstieg hab ich schnell hinter mich gebracht und die Abfahrt über die abenteuerliche Passstraße verlief ebenso ohne Zwischenfälle.
Am Lago di Predil gönnte ich mir ein Bad und ließ die Vergangenen Tage Revue passieren.

lago_di_predil

Fazit: Die Julischen Alpen lassen das Bergsteigerherz höher schlagen und werden meiner Ansicht nach völlig zu unrecht in diversen Bergsportmagazinen vernachlässigt. Die Infrastruktur ist gut und die Wege bzw Steige sind in einem guten Zustand und gut markiert. Ich denke es war sicher nicht mein letzter Besuch. Lohnende Ziele gibt es jedenfalls noch genug!

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