Persailhorn 2350m über Wildentalsteig B/C im Aufstieg u. Südwandsteig B/C im Abstieg

04. November 2008

(Flirsch)

Ich wollte den schönen Herbst noch nutzen und nahm mir aus diesem Grund spontan einen Tag Urlaub. Nach diversen Internetrecherchen entschied ich mich für das Persailhorn in Saalfelden, welches über zwei Klettersteige erreichbar ist.

Die Herbsttage sind kurz und daher stand ich bereits um 05:45 am Ausgangspunkt im Ortsteil Bachwinkl zum Start bereit.

Nach wenigen Metern auf dem Forstweg zweigt der rot markierte Weg in den Wald zur Peter Wiechenthaler Hütte ab. Der Weg ist gut markiert und somit war er auch im Lichtkegel meiner Stirnlampe einfach zu finden. Nachdem man über zahlreiche Serpentinen geht, gewinnt man auch rasch an Höhe und ich gab ordentlich Gas. Anstatt der angeschriebenen 2,5 Std war ich schon nach 1,5 Std an der Hütte angelangt.

Eigentlich hätte ich hier eine Frühstückspause eingeplant, entschloss mich aber gleich zum 45min entfernten Einstieg weiter zu gehen, wo ich dann erstmal einen Teil meiner Jause verdrückte und einen Tee trank. Auf dem Weg zum Klettersteig gelangt man zu einer Wegkreuzung an der man sich entscheiden muss welchen der beiden Klettersteige man für den Aufstieg wählt. Ich entschied mich den Wildental im Aufstieg und den Südwandsteig im Abstieg zu machen.

Der Klettersteig ist mit B/C bewertet, aber an den meisten Stellen erheblich leichter. Im Steig selbst vertrödelte ich die meiste Zeit damit mir bei Selbstauslöser Fotos den Kopf abzuschneiden. Es ist ein ständiges auf und ab klettern und gar nicht so einfach alleine im Klettersteig gute Bilder zu machen. Mit der Zeit bekam ich aber die nötige Routine und es entstanden doch ein paar ganz brauchbare Schnappschüsse.

Die sogenannte Attraktion im Wildentalsteig sind drei versetzte Leidern die es zu überwinden gilt.

Nicht aber der Klettersteig selbst ist das tolle, sondern eher die skurille Felsszenerie. Meist befinden sich über einem Haushohe überhängende Felsbrocken und es gibt immer wieder tolle Ausblicke.

Richtiges Ferrata-Feeling kommt eigentlich erst unterhalb des Gipfelgrates auf und gehört eigentlich schon wieder zum Normalweg. Die letzten Meter führen am Grat entlang zum Gipfel. Einziges Problem waren die zum Teil vereisten kleinen Schneefelder.

Leider hatte es mittlerweile zugezogen und es war ziemlich kalt und windig. Der Grat der jedoch gut einzusehen war weckte gleich die Lust auf eine neue Tour entlang des Saalfeldener Höhenweges der vom Königssee bis Saalfelden führt.

Nach ein paar Fotos, zwei versandten SMS und einem Schokoriegel machte ich mich wieder auf den Weg Richtung Tal.

Dort wo Normalweg, Wildentalsteig und Südwansteig zusammentreffen zweigte ich Richtung Südwand ab. Mein Plan in der Sonne abzusteigen ging leider nicht auf. Der Südwandsteig bietet einige Leitern, einen schönen Ausblick, ist gut gesichert, schön angelegt und auch im Abstieg kein Problem. Natürlich legte ich auch hier wieder ein paar Fotopausen ein.

Erst nach dem Klettersteig begegnete ich zum ersten Mal an diesem Tag einem anderen Gipfelaspiranten. Bislang beschränkte sich mein Kontakt zu ein paar Gämsen die über und unter mir herumturnten und mich wie immer mit ihrer Kletterfähigkeit beeindruckten.An der Hütte angekommen traf ich dann doch noch auf einige Wanderer die als Ziel die Hütte ansteuerten. Leider wurde nichts mit einem gemütlichen Sonnenbad.

Ich suchte mir ein windstilles Plätzchen und ließ es mir trotz fehlender Sonnenstrahlen und kaltem Wind bei einem leckeren selbst zugebereiteten Essen gut gehen. Es gab Ravioli aus der Dose, Waffeln zum Dessert und als Getränk servierte ich mir Spezi und wärmenden Tee. Wobei die Teesorten heutzutage auch nicht mehr halten was sie versprechen 🙂


Nach einer längeren Pause stieg ich wieder ab ins Tal.

Am Ziel angekommen konnte ich auf eine nette Tour zurückblicken, die mit 1200HM Zustieg und 300 HM Klettersteig doch auf 1500 HM kommt. Im Vordergrund steht bei dieser Tour das Gesamterlebnis am Berg. Wer nur ein Klettersteigziel sucht ist woanders besser aufgehoben.

Nachdem ich heute doch schon um 4 Uhr aufgestanden bin, belohnte ich mich mit einem Thermenbesuch. Nach einer Stunde Längenschwimmen gönnte ich mir in der Sauna noch einen Aufguss, bei dem ich im Sinne des Betrachters auf Selbstauslöserfotos verzichtete. 😉

2 Antworten zu “Persailhorn 2350m über Wildentalsteig B/C im Aufstieg u. Südwandsteig B/C im Abstieg”

  1. Klaus Sagt:

    …also deine literarischen Fähigkeiten sind mir neu Flirsch und wie man in einem KST Selbstauslöserfotos von unten macht ist mir ein Rätsel aber danke für`s SMS mit den Genesungswünschen!

  2. Markus Sagt:

    Selbstauslöserfotos oder möchte da jemand anonym bleiben 😉

    Auf jeden Fall hast da noch eine schöne Tour gemacht, mich frisst hier im Berglosen Teil China’s der Neid…

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